Weibliche Genitalverstümmelung (Female Genital Mutilation)

Weibliche Genitalverstümmelung (Female Genital Mutilation – FGM) ist eine schwere Menschenrechtsverletzung und Ausdruck von Unterdrückung, Demütigung, Inbesitznahme und ökonomischer Verwertung von Mädchen und Frauen (Terre des Femmes, 2020). Weltweit sterben ca. 25% der betroffenen Mädchen und Frauen entweder während der Genitalverstümmelung oder an den Folgen. FGM wird in der Regel ohne Betäubung durchgeführt, sodass die Betroffenen extreme Schmerzen erleiden und nach dem Eingriff meist hochgradig traumatisiert sind. Terre des Femmes schätzt die Anzahl der von FGM gefährdeten Mädchen und betroffenen Frauen in Deutschland nach Bundesländern ein (Statista, 2018)


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In einer deutschen Studie (Nestlinger et al., 2017) wurden auch insgesamt 52 beschnittene Frauen in München, Köln, Frankfurt und Berlin interviewt. Sie berichteten, dass es im jeweiligen Heimatland eine bedeutende Praktik sei, die einer Frau den Platz in der Gesellschaft sichere. Einige waren der Meinung, das FGM dazu diene, den Frauen weh zu tun und in ihrer Sexualität einzuschränken. Waren die betroffenen Frauen bereits über vier Jahre in Deutschland, nahm die Bedeutung einer FGM für die jeweilige gesellschaftliche Stellung deutlich ab. Die meisten wussten, dass FGM in Deutschland strafbar ist. Einige vermuteten, dass FGM aber durchaus beispielsweise im Rahmen von Heimaturlauben bei Töchtern geschehen könne.

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