Abschlussveranstaltung: „Gewalt und (k)ein Ende? – KoRA: Koordiniertes Risk Assessment im EN-Kreis“

Gestern fand die Abschlussveranstaltung des dreijährigen EU-Projekts „TACTICS“ zum Thema Femizide verhindern statt. Unter dem Titel „Gewalt und (k)ein Ende? – KoRA: Koordiniertes Risk Assessment im EN-Kreis“ zogen wir gemeinsam Bilanz – und blickten zugleich entschlossen nach vorn.

In den vergangenen drei Jahren haben wir intensiv am Aufbau eines Hochrisikomanagements im Ennepe-Ruhr-Kreis gearbeitet. Ziel war und ist es, Frauen mit besonders hohem Gefährdungsrisiko frühzeitig zu erkennen, Schutzmaßnahmen zu koordinieren und Eskalationen – bis hin zu Femiziden – konsequent zu verhindern.

KoRA steht dabei für Koordiniertes Risk Assessment: ein standardisiertes, institutionsübergreifendes Verfahren, das Fachwissen bündelt, Informationen zusammenführt und konkrete Schutzmaßnahmen ermöglicht.

Starkes Netzwerk – gemeinsame Verantwortung

Die Abschlussveranstaltung mit über 100 TeilnehmerInnen machte deutlich, wie wichtig verlässliche Kooperation ist. Unter anderem haben die Polizei des Ennepe-Ruhr-Kreises und Bochum, die am Aufbau des Verfahrens beteiligten Kooperationspartner aus dem Ennepe-Ruhr-Kreis sowie zahlreiche externe Interessierte aus Fachpraxis mitgewirkt.

Die Veranstaltung wurde mit Leichtigkeit und Schwung von Andrea Stolte, GESINE Intervention, moderiert. In den Grußworten von Landrat und Schirmherren des Projekts Jan-Christoph Schaberick und Polizeidirektor Frank Kujau wurde deutlich, dass das Verfahren eine hohe Relevanz für den Ennepe-Ruhr-Kreis hat.

Besonders bereichert wurde die Veranstaltung durch unsere ReferentInnen:

  • Sandra Pavek, Leiterin des Referats Fach- und Koordinierungsstelle Istanbul-Konvention im Ministerium für Kinder, Jugend, Familie, Gleichstellung, Flucht und Integration NRW
  • Marion Steffens, GESINE Interventions Geschäftsführung
  • Bettina Pfleiderer, Professorin an der Medizinischen Fakultät der Universität Münster und Projektleitung des EU-Projekts „VIPROM“
  • Roland Hertel, Interventionszentrum gegen Häusliche Gewalt Südpfalz und ehem. Vorstandsvorsitzender der BAG Täterarbeit.

Der gestrige Tag hat wieder gezeigt: Der Schutz von Frauen vor schwerer Gewalt ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe.

Ein Meilenstein für den Ennepe-Ruhr-Kreis

Mit KoRA ist im Ennepe-Ruhr-Kreis ein Hochrisikoinstrument entstanden, das Fachstellen, Polizei und weitere AkteurInnen systematisch vernetzt.

Jetzt gilt es, die gewonnenen Erkenntnisse dauerhaft zu verankern und weiterzuentwickeln. Denn jede verhinderte Gewalttat, jedes geschützte Leben zeigt:

Prävention wirkt – wenn wir gemeinsam handeln. Weil jede Frau zählt.


6. Fachveranstaltung im TACTICS-Projekt: KoRA in der Finalisierung

Am 21. Januar 2026 fand das vorerst letzte Arbeitstreffen im Rahmen des TACTICS-Projekts statt. Mit hoher Beteiligung von Polizei, Jugendhilfe, Gesundheitswesen und Beratungseinrichtungen wurde weiter intensiv an der Finalisierung des KoRA-Verfahrens (Koordiniertes Risk Assessment) gearbeitet und dessen bevorstehende Umsetzung vor Ort vorbereitet.

Im Mittelpunkt standen aktuell entwickelte Leitfäden und Arbeitshilfen, die vorgestellt und in fachbereichsspezifischen Arbeitsgruppen diskutiert und überarbeitet wurden. Ziel war es, die Inhalte möglichst praxisnah zu gestalten und an die jeweiligen Arbeitsrealitäten der unterschiedlichen Berufsgruppen anzupassen. Zudem wurden mögliche Herausforderungen bei der Einführung des Verfahrens thematisiert und gemeinsam Lösungsansätze erarbeitet.

Die Abschlussveranstaltung am 3. März 2026 bildet den formalen Abschluss des TACTICS-Projekts und zugleich den Start der praktischen Pilotierung von KoRA im Ennepe-Ruhr-Kreis.


5. Fachveranstaltung im TACTICS-Projekt: „KoRA im Ennepe-Ruhr-Kreis“ auf der Zielgeraden

Am 20. November 2025 arbeiteten Fachkräfte aus Polizei, Jugendhilfe, Gesundheitswesen, Stadtverwaltung und GESINE Intervention in der fünften TACTICS-Veranstaltung an der Finalisierung der KoRA-Flowchart, dem gemeinsamen Verfahren zur kooperativen Risikoanalyse in Hochrisikofällen Häuslicher Gewalt. Nach einem Überblick von Marion Steffens zu aktuellen Entwicklungen wurden praktische Erfahrungen aus den ersten Hochrisikofallkonferenzen diskutiert und die um Kinderschutzaspekte erweiterte KoRA-Flowchart vorgestellt. In Arbeitsgruppen formulierten die Teilnehmenden konkrete Schritte zur weiteren Umsetzung.

Mit den vereinbarten Maßnahmen startet KoRA nun in die entscheidende Phase der Implementierung. Ein gemeinsamer Leitfaden sowie die Abschlussveranstaltungen am 21. Januar und 3. März 2026 bilden die letzten Etappen des Projekts.


Unterarbeitsgruppe „Kinderschutz in Hochrisikofällen“ am 28.10.2025

Wie können Kinder und Jugendliche in Hochrisikofällen effektiv geschützt werden? Welche Unterstützungsangebote benötigen sie und die gewaltbetroffenen Mütter?

Gemeinsam mit 20 Fachkräften aus dem Bereich der Kinder- und Jugendhilfe näherten wir uns in der Unterarbeitsgruppe diesen und weiteren Fragen rund um Kinderschutz in Hochrisikofällen. Wir bedanken uns bei allen TeilnehmerInnen für den fachlichen und konstruktiven Austausch.

Die Ergebnisse werden am 20. November bei unserer fünften Fachveranstaltung vorgestellt.


“Kinder und Jugendliche als (mit-)betroffene von Häuslicher Gewalt”

Fachveranstaltung und viertes Arbeitstreffen am 01. September 2025

In unserem vierten Arbeitstreffen widmeten wir uns dem Schwerpunktthema „Kinder und Jugendliche als (mit-)betroffene von Häuslicher Gewalt“.

Für dieses wichtige Thema durften wir mit Frau Dr. Susanne Heynen erneut eine großartige Referentin begrüßen. Frau Dr. Heynen war 30 Jahre im Kinderschutz der öffentlichen Jugendhilfe tätig, davon 18 Jahre als Jugendamtsleitung in Karlsruhe und Stuttgart. Derzeit ist sie an der Konzeptionierung des Qualitätsentwicklungsverfahrens für das Landeskinderschutzgesetz NRW beratend tätig.

In ihrem Vortrag referierte sie über die Auswirkungen von Häuslicher Gewalt auf Kinder und Jugendliche, lebenszeitlichen Risikophasen sowie Möglichkeiten wirkungsvoller Unterstützung von Betroffenen.

Sowohl in dem Vortrag als auch in den anschließenden professionsübergreifenden Arbeitsgruppen wurde die Wichtigkeit interdisziplinärer Zusammenarbeit für den Schutz gewaltbetroffener Mütter und deren Kinder deutlich.

Die neu gewonnen Erkenntnisse fließen in die Konzeptionierung von „KoRA“ ein und werden im kommenden ExpertInnentreffen am 20. November 2025 weiter vertieft. 


“Wie kann jetzt und in Zukunft gut mit Hochrisikofällen umgegangen werden?”

Fachveranstaltung und drittes Arbeitstreffen am 26.05.2025

Am gestrigen Tag durften wir Staatsanwältin (a.D.) Dagmar Freudenberg bei unserer Fachveranstaltung in den Räumen des Ardey Hotels in Witten begrüßen. Mit Frau Freudenberg konnten wir nicht nur eine ausgezeichnete deutsche Juristin als Referentin gewinnen; sie ist außerdem bekannt für ihr Engagement in den Bereichen Gewaltprävention und Opferschutz. In ihrem Vortrag gab sie einen Einblick in rechtliche Herausforderungen in Bezug auf Strafverfahren zu Hochrisikofällen, zeigte aber auch Chancen für eine erfolgreiche Umsetzung auf.

Im Anschluss an den Vortrag und mit neuem Input widmete sich die Arbeitsgruppe „Hochrisiko“ weiter dem Prozess auf lokaler Ebene.

Wir bedanken uns bei Frau Freudenberg für ihren spannenden Beitrag und bei allen Beteiligten der Arbeitsgruppe für die fachliche Diskussion. Der nächste Termin findet am 30. Juli statt.


Erstes Treffen der Unterarbeitsgruppe „Risikobewertung“ am 31.03.2025

Wie kann ein potentieller „Hochrisikofall“ erkannt und der Grad der Gefährdung eingeschätzt werden? Welche Verfahren existieren bereits – und was wird konkret für den Ennepe-Ruhr-Kreis benötigt? Gemeinsam mit 11 VertreterInnen aus den Bereichen Polizei, Gesundheit und sozialen Diensten näherten wir uns vergangenen Montag in einer Unterarbeitsgruppe diesen und weiteren Fragen. Die Ergebnisse werden im nächsten Schritt der Gesamtgruppe Ende Mai vorgestellt. Wir bedanken uns bei allen Engagierten für die fachliche und konstruktive Diskussion.


Zweites Arbeitstreffen der ExpertInnenrunde „Hochrisikofälle Häuslicher Gewalt“, 25.02.2025

Ein weiterer Schritt zu einem Frühwarnsystem zur Verhinderung von Femiziden und schwerer Gewalt gegen Frauen.

In angenehmer Atmosphäre arbeiteten ExpertInnen aus den Bereichen Polizei, Gesundheit, soziale Dienste und Frauenunterstützung daran, unterschiedliche fachliche Perspektiven auf das Thema „Hochrisiko“ zusammenzuführen. In ihrem Einführungsvortrag legte Marion Steffens (GESINE Intervention) die (europa-)rechtlichen Anforderungen dar, ein standardisiertes Hochrisikomanagement zu etablieren. Die ExpertInnen konzentrierten sich dann auf die praktische Umsetzung. Nachdem in der ersten ExpertInnenrunde der Begriff „Hochrisiko“ näher definiert wurde ging es nun um die Frage:

  • Woran erkenne ich in meinem eigenen Berufsfeld ein hohes Gefährdungsrisiko in Fällen Häuslicher Gewalt?
  • Wie können die unterschiedlichen Perspektiven zusammengeführt werden?
  • Wie könnten Hochrisikokonferenzen im Ennepe-Ruhr-Kreis umgesetzt werden.

Wir bedanken uns bei allen ExpertInnen für die engagierte fachliche Diskussion und freuen uns auf die weitere fruchtbare Zusammenarbeit.

Der dritte Termin findet am 26. Mai 2025 statt.


Auftaktveranstaltung

Am 26. November 2024 fand unsere erste Fachveranstaltung zum Thema „Hochrisikofälle bei Häuslicher Gewalt“ statt.  In diesem Auftaktworkshop näherten wir uns der Frage: „Wie definieren wir Hochrisiko und welche Kriterien müssen erfüllt sein?“. Die beteiligten Arbeitsgruppen bestanden aus Polizei, Sozial- und Gesundheitseinrichtungen. Die Auftaktveranstaltung wurde in Kooperation mit dem Runden Tisch gegen Gewalt im Ennepe-Ruhr-Kreis durchgeführt. Wir bedanken uns für die sehr engagierten Beiträge unserer Expert*innen und freuen uns auf den Folgetermin im Februar 2025. Wir halten Sie hier auf dem Laufenden.